25/03/2023

Auch das ist Afrika

Wir sind im Paradies. Naja, das Paradies auf Erden soll ja noch nicht ganz vollkommen sein. So, wie hier im Guest Paradise Lodge in Victoria Falls.

Der erste Blick ist gut.

Wir haben hier ein Bett und ein Dach über dem Kopf. Das ist schon mal mehr als die  Familie, die wir gestern besucht haben.

Wir haben uns auf vieles eingestellt, was alles nicht funktionieren könnte. Aber das einzige, was die hier im Paradies perfekt können, scheint Geld kassieren zu sein.
Dass wir hier keine Handtuchhalter oder – haken haben – ziemlich unpraktisch (wohin nur mit den feuchten Handtüchern nach dem Duschen?), aber was soll’s. Kreativität ist gefragt.

Dass wir zwar einen Schlüssel für unseren Safe haben, dieser Safe aber ganz leicht weggetragen werden kann – unsinnig, aber egal. Wir nehmen unsere Wertsachen mit.

Wasserflecken an der Decke, ein stinkender Schrank, in dem wir unsere Sachen nicht lagern können, nicht alle Lampen funktionieren, die Tür müsste unten abgehobelt werden und geht kaum ins Schloss, die Handtücher haben Flecken und sind uralt- unangenehm, aber geschenkt. Wir lassen unsere Sachen im Koffer, die Tür wird mit Gewalt geschlossen.

Was mich aber stört: Gestern abend ist aus Moskitoschutzgründen unser Zimmer mit einem Insektizid besprüht worden. Klingt logisch. Da aber das Badfenster kaputt ist, kommen die Moskitos ja trotzdem rein. Wir haben zwar einen provisorischen Verschluss aus dem Pizzakarton gebastelt und das ganze mit einem Sofakissen abgedichtet, aber hier ist irgendwie eine Grenze erreicht. Auch wenn wir Malariaprophylaxe jeden Tag betreiben und uns mit Antimoskitomitteln einreiben. Unsere Gesundheit können und wollen wir nicht einfach übersehen.

Für mich ist das kein Gegenwert für 150 Dollar pro Nacht und Zimmer.

Übrigens hat der Concierge uns gestern bei der Zimmerübergabe zu allererst mal den Fernseher angestellt. Vielleicht ja, weil wir dann abgelenkt würden von den vielen Missständen?

Charles hat uns außerdem erklärt, dass in dieser Gegend sehr viele Afrikaner unterwegs sind, denen man nicht trauen darf. Wir sind in einer Touristengegend, und bekanntlich kann man die Touristen ja am besten ausnehmen. So wurde gestern versucht, ihm altes Simbabwe-Geld anzudrehen. Man wollte ihn glauben lassen, man könne in Victoria Falls nur damit bezahlen.

Die Verkäufer von allem möglichen sind überall. Gestern beim Baobab, mitten in der Wildnis, erschienen aus dem Busch plötzlich zwei Jungs, die dort auf Touristen warten, um ihnen selbstgemachte Schalen zu verkaufen. Das war aber zunächst gar nicht erkennbar – die hätten alles mögliche vorhaben können. Auffallend war ihr plötzliches und unerwartetes Auftauchen.

Deswegen gehen wir mit wachen Sinnen aus der Lodge raus, um möglichst viel genießen zu können.

Dieses Land braucht dringend eine Erneuerung innen und außen.
Wir schauen wieder mal mehr auf die Schönheiten der Natur und versuchen, die netten Menschen zu treffen.

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