Es hilft nichts, zu sagen, „Ich glaube an Gott“, wenn…

Es hilft nichts, zu sagen, „Ich glaube an Gott“, wenn man nicht immer und immer wieder zumindest versucht, die Konsequenzen daraus zu ziehen.

Gedanken zu Fronleichnam 2026

Das hier ist eine Monstranz. Der Name Monstranz kommt aus dem Lateinischen. Monstrare heißt zunächst mal „zeigen“. Ich kann alles mögliche zeigen. Aber hier geht es um viel viel mehr: Es geht darum etwas zu zeigen, was mit Gott zu tun hat. Deshalb ist das hier alles vergoldet. Die Menschen haben immer schon versucht, mit der Farbe Gold Gott zu zeigen, einfach weil Gold so wertvoll war.

Und etwas kostbareres als Gott gibt es einfach nicht.

Gold hilft uns aber nur, Gott zu erkennen. Das Gold selbst ist nicht Gott. Und das heißt: Wenn ich zwar das Gold habe, aber Gott selber nicht da ist, hilft mir das alles nichts.

Und das ist hier der Fall!
Denn diese Monstranz besteht aus Metall und aus Glas, aber da ist Gott nicht drin. Man könnte die Monstranz verkaufen für ein paar Hunderttausend Won. Vielleicht ja auch für eine Million Won, mag sein. Aber mehr ist sie nicht wert.

Da in der Mitte ist sie leer.
Diese Leere steht für mich für die Leere in dem Leben so vieler Menschen. Einsamkeit. Verzweiflung. Trauer. Gewalterfahrung. Sinnlosigkeit. Übergroßer und menschenzerstörender Leistungsdruck. Überzogene Schönheitsideale, die schon jungen Mädchen so eingepflanzt werden, dass sie zum Schulabschluss einen Gutschein für eine Nasenoperation bekommen, den sie aber dann auch einlösen müssen, um wirklich dazu zu gehören.

Überschuldete Familien, weil der superteure SUV zwar nicht bezahlbar, aber als Statussymbol irgendwie überlebenswichtig ist.

Das alles führt so oft zu ganz tragischen Handlungen.

Suizidgedanken und Suizidversuche und Suizide – so viele, dass Korea trauriger Anführer der Weltstatistik ist.

Und dann die häusliche Gewalt. 9,4 % der befragten Frauen und 5,8 % der Männer geben an, bereits häusliche Gewalt in einer Partnerschaft erlebt zu haben. Wir können ja auch mal die Kinder in Südkorea befragen, die in einem Kinderheim leben, weil das Jugendamt sie aus Gewalterfahrungen in der Familie heraus geholt hat.

Seit den 80er Jahren wurden in Korea immer mehr CCTV-Kameras installiert, es sind heute etwa 1,65 Millionen Kameras, die dafür gesorgt haben, dass klassischer Diebstahl, Einbruch und Autodiebstahl im öffentlichen Raum extrem selten geworden sind. Aber nun sind die versteckten Kameras auf dem Vormarsch. Ihr kennt das: 몰카 Molka, Abkürzung für 몰래 카메라 Molle Kamera, versteckte Kamera eben. ter nutzen die Molka mit fortgeschrittener, miniaturisierter Kameratechnik, um illegale Spionagekameras in öffentlichen Toiletten, Umkleidekabinen, Rolltreppen oder Hotels zu verstecken.

Da, wo Menschen die Ethik vergessen, die dafür sorgt, dass wir gut miteinander auskommen und es uns gut geht, um sich selbst zu bereichern, da wird das Leben unbewohnbar. Da wird das Leiden unerträglich. Da geht der Mensch an Leib und Seele zugrunde.

Wie traurig ist das?
Und wir können jetzt nicht sagen, dass die Leute, die solch böse Dinge tun, dass sie anderen Menschen massiv an Leib und Seele schaden, dass diese Leute nun alle Atheisten wären, und weil sie ja nicht an Gott glauben, seien sie Täter. Das ist absoluter Unsinn.


Das sind nämlich oft Menschen, die christlich getauft sind oder auch eine andere Religion haben und irgendwie doch an Gott glauben. Nur ist das Wort, das dieser Gott spricht, nicht relevant für ihr Leben.

Wer zwar sagt, dass er an Gott glaube, aber diesem Gott keine Relevanz, keine Bedeutung, keinen Raum in seinem Leben gibt, der bleibt leer.

Und genau darum geht es bei unserer Monstranz. Solange diese Monstranz leer bleibt, bleibt sie ein Stück Metall und Glas und ist in sich sinnlos.

Solange da keine konsekrierte Hostie drin ist, die uns Jesus Christus zeigt, der in unserer Mitte sein will, der uns den Weg zum Vater zeigen will, verstärkt dieses goldene Ding nur noch unsere innere Leere und Sinnlosigkeit.

Und das heißt: Solange wir Jesus Christus nicht in unser Herz lassen, solange wir Gottes Wort nicht zumindest mal anhören, um darüber nachzudenken, welche Relevanz es für unser Leben haben könnte, so lange werden wir unserem eigenen Anspruch nicht gerecht, Christen zu sein.

Es hilft nichts, zu sagen, „Ich glaube an Gott“, wenn man nicht immer und immer wieder zumindest versucht, die Konsequenzen daraus zu ziehen.

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