„Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.“
(1 Kor 12,12)
Beim Blick auf das Bild der bunten, verstreuten Knöpfe fällt mir auf: Jeder Knopf ist anders. Unterschiedlich groß, rund oder oval, glatt oder geriffelt, schlicht oder auffällig, alt oder neu. Manche sind aus der Box gefallen, andere haben sich gruppiert, wieder andere liegen etwas abseits, fast verloren.
Das Bild erinnert mich an uns Menschen, und an die Gemeinschaft, in der wir leben.
Gerade im Urlaub, wenn wir Abstand vom Alltag gewinnen, dürfen wir uns neu betrachten: Wie sehe ich mich selbst? Bin ich „gut sortiert“, oder fühle ich mich eher wie ein Knopf, der herausgefallen ist?
Und genauso: Wie sehe ich die anderen? Bin ich bereit, ihre Unterschiedlichkeit als Bereicherung zu sehen?
Gott sieht jeden von uns als einzigartig, gewollt und wertvoll an. In seiner großen Schöpfung hat jedes Teil seinen Platz, auch wenn wir es manchmal selbst nicht erkennen oder auch gelegentlich nicht erkennen wollen.
Der Urlaub lädt uns ein, innerlich neu sortiert zu werden: loszulassen, was nicht mehr hält, Neues zu entdecken, unseren eigenen Platz im Ganzen wiederzufinden.
Vielleicht ist gerade die Vielfalt in diesem Bild ein stiller Hinweis: Du bist nicht allein. Du gehörst dazu, nicht obwohl, sondern gerade weil du anders bist.
Welcher „Knopf“ bin ich gerade? Welche Aufgabe könnte Gott mir gerade in meinem Umfeld geben? Was hilft mir, mich mit anderen zu verbinden? Und was trennt?
Guter Gott, du kennst mein Innerstes und mein Äußeres. Du hast mich geschaffen in meiner Eigenart und Schönheit. Lass mich im Urlaub wieder spüren, dass ich dazugehöre: zu dir, zu deiner Kirche, zu deiner Welt. Zeige mir meinen Platz in deiner Schöpfung und in deinem großen Plan. Amen.
Diakon Edgar