Predigt am 13. August 2023
안녕하세요 und Willkommen zurück!
Nachdem wir nun ein paar Wochen Sommerpause hatten, sind wir wieder hier in der Kirche und auch online versammelt. Es ist schön, dass Ihr alle wieder da seid! Wie das bei uns in der Gemeinde so ist, sind ein paar Familien weitergezogen in andere Länder. Andere sind noch im Urlaub. Wieder andere sind ganz neu hier dabei – herzlich willkommen und 천만헤요.
Wer den Newsletter bekommt, der kennt das, was jetzt kommt: In der Bibel
steht 365 mal, dass wir uns nicht fürchten sollen. Für jeden Tag des Jahres ist
das da zu finden.
Die Bibel ist ein Buch, das für unser Leben geschrieben ist. Und unser Leben ist
ganz offensichtlich von sehr viel Angst geprägt.
Angst aber lähmt. Das Wort ANGST kommt im Deutschen vom Wort ENGE.
Wenn ich Angst habe, dann wird es eng. Angst kann sehr beklemmend wirken,
bis hin zu körperlichen Konsequenzen.
Angst gibt es überall. Und es steht uns nicht zu, zu sagen, dass die Angst eines
Menschen „ja nicht so schlimm sein kann“, weil wir gleichzeitig genau diese
Angst nicht haben.
Es gibt Angst vor Arbeitslosigkeit und Angst vor Krankheiten. Es gibt Angst, nicht
geheilt zu werden von einer schweren Krankheit und es gibt Angst, keinen
Lebenspartner, keine Lebenspartnerin zu finden. Es gibt die Angst, ob man
immer alles richtig macht und die Angst, von anderen nicht verstanden zu
werden.
Manche jungen Leute haben Angst, bei einer Behörde anzurufen, und manche
alte Leute haben Angst, mit dem technischen Fortschritt nicht mehr
mitzuhalten und abgehängt zu werden.
Ich denke, dass diese Aufzählung noch viel länger werden könnte.
Auch heute im Evangelium geht es um Angst. Petrus hat Angst. Eigentlich ist die
Situation ziemlich kurios. Denn er tut etwas, was völlig unmöglich erscheint: Er
läuft übers Wasser! Das ist nicht zu glauben, das ist gegen die Naturgesetze.
Aber er macht es, weil Jesus ihn dazu auffordert. Und es gelingt- zunächst. Dann
aber merkt er, wie heftig der Wind ist, wird sich seiner Angst bewusst und fängt
an, unterzugehen.
Was passiert da? Erst vertraut er so sehr auf Jesus, dass er übers Wasser gehen
kann, und dann geht er unter, weil der Wind ihn erschreckt?
Diese Erzählung hat eine klare Botschaft für uns. In dem Moment, wo Petrus
aufhört, Jesus zu vertrauen, geht er unter. Vorher, im Vertrauen auf Jesus, kann
er sogar die Naturgesetze außer Kraft setzen.
Daraus können wir für uns ableiten, dass es sehr hilfreich ist, auf Jesus zu
schauen und ihm zu vertrauen. Und das ist sicher die erste wichtige Erkenntnis
für heute.
Es wäre aber sehr naiv und würde auch nicht dem Neuen Testament
entsprechen, wenn wir jetzt sagen würden: Wenn wir auf Jesus vertrauen, dann
gibt es nie mehr Stürme in unserem Leben.
Das stimmt natürlich nicht. Der Sturm legt sich zwar, nachdem Jesus Petrus ins
Boot gezogen hat. Aber damit sind nicht alle Stürme dieser Welt, alle Probleme
unseres Lebens weggezaubert.
Daher ist eine zweite wichtige Erkenntnis, dass gerade wenn wir Probleme
haben, gerade wenn wir im Sturm des Lebens unterzugehen drohen, dass wir
dann mal einen Gang zurückschalten sollen. Es geht darum, zu schauen, woher
ich Hilfe bekommen kann. Die kommt zum Beispiel von den Menschen, die zu
unserer Gemeinde gehören. Uns verbindet so vieles! Und so viele sind
hilfsbereit! Und woher bekommen die anderen ihre Kraft, ihre Zuversicht?
Sicherlich auch aus ihrem Glauben an Jesus Christus. Irgendeiner aus der
Gemeinde ist bestimmt gerade etwas weniger sturmgeplagt und kann da sein
für mich.
Und daraus ergibt sich ein dritter Punkt: Wenn wir uns klar machen, dass wir
alle mit Problemen zu kämpfen haben und dass wir alle mal das Vertrauen auf
Jesus verlieren, dann hilft uns der Schlusssatz des heutigen Evangeliums: Die
Jünger erkennen die wahre Natur von Jesus und bekennen: „Wahrhaftig, du bist
Gottes Sohn.“
Darauf läuft letztlich alles hinaus. Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. Das gehört
zum Kern unseres Glaubens. Wenn wir diesen Satz in guten Zeiten, in
windstillen Zeiten immer wieder sagen, dann werden wir uns daran erinnern,
wenn der Gegenwind wieder heftig wird.
Das ist die Quelle unserer Kraft: Unser Glaube, dass Jesus wahrer Mensch und
wahrer Gott ist.
Nehmen wir diesen Satz mit in unseren Alltag. Nehmen wir mit, dass wir alle
Ängste haben, die uns belasten. Aber eben auch, dass wir alle getragen sind von
IHM, der uns das Leben gebracht hat, weil er für uns gelitten hat, für uns
gestorben ist und für uns auferstanden ist.
Mit diesem Glauben können wir das Wort Jesu ganz intensiv hören:
Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht. Amen.