Eure guten Werke soll man sehen

Predigt 5. Sonntag iJ A, 05.02.2023
Eure guten Werke soll man sehen (Mt 5,13-16)

Liebe Schwestern und Brüder,
vorgestern war das Fest des Heiligen Blasius. Er starb als Märtyrer um das Jahr
316 und war Bischof von Sebaste, das liegt im Nordosten der heutigen Türkei.
Man sagt, dass er zunächst Arzt war. Später dann wurde er zum Bischof
gewählt, weil die Menschen ihn erlebt haben, wie er unermüdlich geholfen hat.
Es gibt viele Legenden über sein Leben. Diese Legenden erzählen von seinen
zahlreichen Heilungen.
Blasius hat sehr viel Gutes getan. Und das haben die Menschen gesehen und
erlebt. Seine gute Taten haben sich herumgesprochen und deswegen wurde er
zum Bischof gewählt.
Damit gehört Blasius ganz sicher zu den Menschen, von denen im heutigen
Evangelium die Rede ist. Jesus spricht in seiner Bergpredigt, dass es keinen Sinn
macht, ein Licht anzuzünden, um dann ein Gefäß darüber zu stülpen. Das Licht
soll ja hilfreich sein für unser Leben. Also stellt man es auf den Leuchter, damit
es überall hin leuchtet.
Genau so soll es mit den guten Taten sein: Die Menschen sollen es
mitbekommen, dass wir Gutes tun. Goethe hat mal gesagt: „Tu Gutes und rede
darüber“ – und das ist eine gute Übertragung des Wortes von Jesus.
Nur sind wir gerade in der katholischen Kirche ganz anders geprägt. Wir tun
vieles, was gut ist und anderen Menschen nützt. Aber wir reden zu wenig
darüber. Wir haben oft das Gefühl, dass man sich nicht so sehr in den
Vordergrund drängen soll.
Und das kann ja auch nicht jeder. Viele Katholiken sind so zurückhaltend, weil
sie bescheidene Menschen sind. Und dennoch soll die Welt sehen, was wir
Gutes tun – Jesus selber fordert uns dazu auf.
Und dabei kann uns der Bischof Blasius helfen. Eine Legende erzählt, dass er im
Gefängnis einem jungen Mann das Leben gerettet hat, weil diesem eine
Fischgräte im Hals stecken geblieben war. Darüber haben die Menschen
geredet! Er hat ein Leben gerettet! Das ist keine kleine gute Tat, das ist eine
ganz außergewöhnliche Tat. Und dieses Tat ist so gut vermarktet worden, dass
wir sie bis heute, über 1700 Jahre später, immer noch wissen und weiter
erzählen. Daraus können wir viel lernen.
Heute wird auch der Blasiussegen gespendet. Mit einem besonderen Zeichen,
nämlich zwei gekreuzten Kerzen, wird jeder einzelne gesegnet. Der Segen
betont, dass Gott euch vor allen Halskrankheiten beschützen soll. Aber letztlich
geht es um einen kompletten Segen für Körper und Seele.
Gott möchte, dass es dir gut geht. Gott möchte, dass du spürst: Er meint es gut
mit dir. Und all das, was du an Not und Problemen und Krankheit mit dir
herumschleppst, all das soll besser werden. Gott möchte, dass du heil wirst,
weil er selber das Heil ist.
Öffne dich für sein Wort. Öffne dich für seinen Segen. Und spüre, wie schön es
ist, von Gott geliebt zu werden.
Amen.

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