Predigt am 3. Sonntag iJ A, 22.01.2023
Kommt her, folgt mir nach (Mt 4,12-23)
Liebe Schwestern und Brüder,
viele unserer Vornamen haben eine Bedeutung. Unsere Sprachlehrerin heißt
zum Beispiel Jang-Mi, also Rose. Das gefällt mir. Ich frag gerne nach, was denn
ein Name bedeutet, wenn ich es noch nicht weiß. Mein Name bedeutet: Der
den Speer mit Kraft wirft. Was das mit meinem Leben zu tun hat, hab ich noch
nicht herausgefunden.
Es gibt aber nun einen Vornamen, der mich schon oft fasziniert hat. Und das ist
der Name meiner Frau, der Name Christine. Das kann man ja auch verstehen,
oder? Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt, der mir da wichtig ist. Denn im
Namen Christine steckt ja das Wort Christ und das Wort Christin.
Von dem Namen gibt es sehr viele Varianten wie Christian oder Kris. Bleiben
wir für heute bei Christine.
Im Gegensatz zu meinem Vornamen steckt hier ein Programm drin. Wir alle
sind doch Christen und Christinnen, oder? Da steckt Christus im Namen. Christ
ist der, der Christus nachfolgt. Zuvor getauft zu sein auf den Vater, den Sohn
und den Heiligen Geist ist natürlich eine sinnvolle und heilbringende
Voraussetzung.
Christine ist Christin und folgt Christus nach. Das ist nicht nur ein Wortspiel
sondern eine ganz wunderbare Sache.
Christus nachfolgen.
Das ist das Thema heute im Evangelium. Kommt her, folgt mir nach! So ruft es
Jesus Christus dem Petrus und dem Andreas zu. Und die lassen alles stehen und
liegen und folgen diesem Ruf.
Alles stehen und liegen lassen und Jesus nachfolgen. Wer von uns kann das?
Und- kann Jesus das von uns verlangen??
Petrus und Andreas scheinen ihren Beruf aufzugeben, ihre Lebensgrundlage.
Von Petrus wissen wir, dass er verheiratet war, er musste eine Familie
versorgen inklusive Schwiegermutter. Was ist da los?
Nun – Petrus wird zwar viel mit Jesus unterwegs gewesen sein, hat aber seine
Familie wahrscheinlich nicht komplett im Stich gelassen.
Dennoch hat er etwas aufgegeben für Jesus, er hat zumindest viel Lebenszeit
investiert. Und er hat viel gelernt von diesem Jesus Christus.
Was heißt das für uns?
Ich habe mal drei Punkte für heute mitgebracht, die mir ins Auge gefallen sind.
1. Wenn Jesus mich ruft und ich antworte auf den Ruf, dann verändert das
mein Leben. So schwer das auch immer wieder ist – viele Worte von
Jesus sind sehr schwer zu verstehen – mein Leben bekommt eine andere
Richtung. Eine neue Qualität. Wichtig ist einfach, dass ich mich
entscheide für die Nachfolge.
2. Ich muss nicht meinen Beruf aufgeben und meine Lebensgrundlage
verlieren, wenn ich Jesus nachfolge und als Christ, als Christin leben
möchte. Das Gegenteil ist richtig: Gerade in meinem Beruf, in meinem
ganz normalen Leben soll ich nach seinem Wort leben. Und zwar so
leben, dass die anderen Menschen sich für meine Lebensweise
interessieren.
3. Ich muss dann dranbleiben. Mit Konsequenz seinen Namen tragen, Christ
oder Christin sein und jeden Tag neu versuchen, ihn zu verstehen. Ihn zu
erspüren. Mich ihm zu öffnen. Mich zu hinterfragen und hinterfragen zu
lassen.
Christ_sein und Christin_sein ist kein Hobby. Es betrifft unsere ganze
Existenz. Nehmen wir das ernst – und wenn wir das tun, dann können wir
ihm ganz fröhlich nachfolgen.
Amen.