Predigt zum 4. Advent, 18. Dezember 2022
Gott ist mit uns.
Ich liebe diesen Satz sehr.
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendlichen,
seit ich denken kann, hat mich mein Glaube immer wieder getragen. Ich hatte Glaubenskrisen, ja.
Sehr schwere Krisen. Ich war weit weg von dem, was die Kirche mir zu glauben vorgab. Und ich kam immer wieder zurück. Verändert. Mit neuem Blick. Mit neuer Perspektive. Auch: Sehr kritisch. Und mit dem älter werden verändert sich ja bei vielen Menschen auch die Sicht auf die Welt. Und die Kirche. Und auch auf den Glauben.
Und immer wieder hat mir dieser Satz geholfen: Gott ist mit uns. Jesus Christus ist mit uns. Ich hab mir diesen Satz nie leicht gemacht. Auch wenn ich Jesus Christus als Gottes Sohn, als Gott und Mensch ansehe, also als den, der mir zur Seite steht, gibt es doch immer diesen einen Aspekt, dass er eben nicht nur Mensch war, sondern auch Gott.
Ich hab in meinem Leben schon viel nachgedacht, wie man Gott beschreiben kann. Und immer
wieder komm ich an den Punkt, dass wir das nur schaffen, wenn wir uns eingestehen, dass wir das eine oder andere erahnen können, auch das eine oder andere erfahren können von diesem Gott und über diesen Gott. Aber letztlich wird das aber immer Stückwerk bleiben.
Und doch ist die Sehnsucht da, immer mehr von Gott zu erfahren. Und dafür haben wir die Bibel.
Und heute erzählt uns die Bibel erst bei Jesaja und dann im Evangelium von einem Namen, der einem neugeborenen Kind gegeben werden soll: Immanuel. Und das heißt ja übersetzt: Gott ist mit uns.
Gott ist bei uns.
Wie kann man das verstehen? Wie können wir spüren, dass Gott da ist? Um uns dem ein wenig
anzunähern, sollten wir uns zuerst klar machen, dass die Gott die Liebe ist. Gott liebt uns. Und
wennwir über die Frage reden, wie Gott bei uns ist, dann geht es zuerst und immer wieder um die
Liebe.
Sodann hab ich hier einen Korb mitgebracht. In dem Korb ist das Bild von dem Menschen, den Gott ganz besonders liebt.
Ich nehme jetzt mal das Tuch weg und dann bitte ich die Kinder, nach vorne zu kommen und
hineinzuschauen. Ihr dürft hineinschauen, aber ihr dürft zunächst nicht verraten, welches Bild ihr
dort seht. In Ordnung?
Die Kinder sahen dann in den Korb und fanden das Bild von sich selbst – sie sahen in einen Spiegel.
Es folgte ein Gespräch darüber mit der Erkenntnis: Gott liebt ganz besonders jeden und jede einzelne von uns. So wie wir sind. Er bevorzugt niemanden.
Wir alle haben ein Bild von Gott. Gott hat auch ein Bild von uns. Er steht an unserer Seite. Er liebt
uns, so wie wir sind.
Nehmen wir diese Botschaft mit in die letzte Woche vor Weihnachten.
Amen