1866 war ein schweres Jahr für die Katholiken in Korea. Eine der schlimmsten Verfolgungswellen 19. Jahrhunderts (genannt 병인박해, Byeong-in Bakhae) sorgte für Folter und Ermordung unzähliger Menschen, weil die Regierung die sich immer mehr ausbreitende neue “Religion des Himmelsherrn” (= Katholische Kirche) vernichten wollte. Unter der Herrschaft des Regenten Heungseon Daewongun wurden schätzungsweise 8.000 bis 10.000 koreanische Katholiken sowie neun französische Missionare hingerichtet.
Ein besonderer Gedenkplatz dafür ist 성거산 Seonggeosan, mitten in den Bergen gelegen.
Dorthin hatten sich etliche Katholiken geflüchtet, weil sie hofften, so der Verfolgung zu entkommen. An diesem Ort steht nun eine Kirche mit Ausblick auf genau diese Berge und vor allem auf ein großes Kreuz.
Letzten Samstag waren zwei Busse voller junger und junggebliebener Menschen aus unzähligen Ländern und mit unterschiedlichsten Muttersprachen dorthin im Rahmen einer Wallfahrt unterwegs.
Es gab so vieles, was uns verband. Der Reichtum bestand aus dem Glauben an Jesus Christus und der Verbundenheit als Katholische Kirche, die weltweit jeden von uns willkommen heißt. Gebetet haben wir hauptsächlich auf Englisch, aber es gab auch sprachlich gemischte Gruppen. Was spielt es für eine Rolle, wenn man die eine Sprache nicht versteht, aber den Gebetstext auswendig kennt, wie es beim Rosenkranz der Fall ist?
Das gemeinsame Nachdenken über Bibel und Glauben, sowie das Beten und Singen haben uns näher zusammengebracht. Dies am einer koreanischen Märtyrergedenkstätte zu tun war eine sehr intensive Erfahrung, die uns auch klar gemacht hat, wie froh wir sein dürfen, dass wir unseren Glauben frei leben können.
Der Ausblick auf das Kreuz und damit auf Christus ist uns als einer der Höhepunkte der Wallfahrt im Gedächtnis geblieben. Denn um ihn geht es.