Sendepause oder: Ein Kaleidoskop jesuanischer Lernfelder
Unsere Gemeinde versteht sich als Oase in der Hektik, dem Lärm und dem Leistungsdruck Koreas. Einfach da sein, nichts leisten müssen, durchatmen, sich öffnen für Gottes Wort und die Gemeinschaft derer, die an ihn glauben. Das Negative und Belastende hat mal Sendepause.
Sendepause ist ja ein Begriff aus den Anfängen des Fernsehens. Nachts wurde nur ein Testbild gesendet, sonst nichts. Unvorstellbar heute, aber durchaus dringend notwendig.
Es gibt ganz verschiedene Ansätze, wie wir diese Sendepause in unserer Oase DKG verstehen können. Die besten finden wir bei Jesus selbst.
Ich liste hier einfach mal ein paar jesuanische Optionen auf. Lasst sie auf euch wirken, wie die Farben eines Kaleidoskopes, dessen Zusammensetzung irgendwann einen Sinn ergibt. Das kann auch der Sinn der Schönheit sein, die ich plötzlich entdecke und genieße. Und entscheidet selbst, welches jesuanische Lernfeld in eurem Leben für diesen konkreten Moment das beste ist, und was euch daran zum Nach-denken und zu einer Sendepause inspiriert.
- Die Wüste als Sendepause
Jesus zieht sich in die Wüste zurück, bevor er öffentlich auftritt (vgl Lk 5,16).
Sendepause heißt hier: Vorbereitung. In der Stille reift das Wort. Und auch Entscheidungen. - Schweigen vor dem Wort
Bevor Jesus spricht, hört er zu. Sendepause ist die Anerkennung, dass Schweigen eine Sprache ist. Wie bei Pilatus: Jesu Schweigen ist kraftvoller als jede Verteidigungsrede (vgl. Mt 27). - Unterbrechung als Gnade
Eine Sendepause schützt vor Dauerbeschallung. Jesus unterbricht den Strom der Pflichten („Der Sabbat ist für den Menschen da“, vgl. Mk 2,27-28). Eine Pause wird zur Möglichkeit, Gott nun ins eigene Leben einzulassen. - Das Unsichtbare wird wirksam
In einer Sendepause passiert mehr, als man meint. Saat keimt im Verborgenen (Mk 4,27: „Der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie). Das Reich Gottes wächst auch in der Stille. - Pause als Gebet
Jesus zieht sich „frühmorgens, als es noch dunkel war, an einen einsamen Ort“ (Mk 1,35) zurück, um zu beten.
Die Sendepause ist kein Leerlauf, sondern ein Gespräch im Verborgenen. Mit Gott. - Das Kreuz als letzte Sendepause
Zwischen dem Ruf „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46) und dem letzten Atemzug herrscht Schweigen. In dieser Pause beginnt der ganz neue Klang der Auferstehung.
Eine gute Sendepause, immer wieder, wünschtIhr und euer Diakon Edgar