Zufrieden?

Predigt am 31.08.2025 zu Lk 14, 1.7–14

 

Diakon: Seid ihr alle zufrieden mit eurem Platz?

Stimme aus der Gemeinde: Nein, ich bin wichtig, ich setze mich ganz nach vorne.

Diakon: Aber wir hatten extra ein Schild geschrieben, dass die Plätze vorne reserviert sind!

Das geht so nicht. Da vorne müssen wichtigere Leute hin. Tut mir leid, bitte setz dich weiter nach hinten.

 

Ich möchte alle Kinder, zusammen mit den Müttern, bitten, dass ihr euch nach vorne setzt. Kommt mal alle her.

Ich möchte euch etwas erzählen über das heutige Evangelium.

 

Jesus ist zu Gast bei einem großen Festmahl. Viele wichtige Leute sind eingeladen. Er beobachtet, wie sich alle Gäste die besten Plätze aussuchen. Die besten Plätz, das sind die ganz vorne, nahe beim Gastgeber.
Da erzählt Jesus ein Gleichnis:

 „Setz dich nicht gleich ganz nach vorne!
Vielleicht ist jemand da, der wichtiger ist als du.
Dann wird man dich bitten, nach hinten zu gehen.
Such dir lieber einen einfachen Platz – dann wird dich der Gastgeber nach vorne bitten.
Denn wer sich selbst groß macht, der wird klein gemacht.
Und wer sich klein macht, der wird groß gemacht.“

Danach sagt Jesus noch etwas Überraschendes:

„Ladet nicht nur eure Freunde, Familie und reichen Leute ein!
Ladet auch Menschen ein, die nichts zurückgeben können – Arme, Kranke, Menschen am Rand. Und Gott selbst wird euch dafür beschenken.“

Jesus will uns zeigen, wie Gottes Herz schlägt:

Gott schaut nicht darauf, wie wichtig, reich oder berühmt jemand ist. Für Gott zählt, ob wir andere sehen, ihnen Raum geben und helfen. Wer anderen den ersten Platz lässt, bekommt bei Gott einen besonderen Platz.

Es geht nicht darum, sich klein zu machen oder schlecht über sich zu denken.
Es geht darum, nicht zuerst an sich selbst zu denken – sondern an andere.
Gott liebt Menschen, die teilen, die einladen, die ihr Herz offen haben.

Liebe Kinder,
Stell dir vor, du bist auf einem Geburtstag.
Es gibt einen großen Tisch mit Kuchen.
Alle Kinder rennen hin und wollen das größte Stück.
Aber dann tritt eines zur Seite, lächelt und sagt:
„Du darfst zuerst!“
Vielleicht kriegt es am Ende gar nicht das größte Stück –
aber oft bekommt es das schönste Stück:
das Geschenk der Freundschaft und der Freude, wenn alle satt und glücklich sind.

So ist es auch bei Gott:
Wer teilt und Platz macht für andere,
hat am Ende den größten Platz in Gottes Herz.

Liebe Erwachsene, Jesus ruft uns auf, unser Denken umzudrehen:
Nicht Prestige, Ehre oder Status zählen –
sondern Demut, Gastfreundschaft und echte Liebe.
Unser Glaube wird sichtbar,
wenn wir gerade die sehen, die nichts zurückgeben können.
Denn so lebt auch Gott mit uns:
Er lädt uns immer wieder ein, ohne Eintrittskarte, ohne Bedingungen, ohne Leistung.

Amen.

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