Jesus erwarten

Ich mag Krippen. Und ich mag besonders die Krippen, die sich am jeweiligen Tag im Kirchenjahr orientieren – so wie diese Krippe, die ich gestern in einem Gebäude unterhalb der Kathedrale in Seoul fotografiert habe.Denn in dieser Krippe gibt es noch keinen Jesus. Der wird erst an Heiligabend/ Weihnachten hineingelegt.Das ist eine kluge und angemessene Entscheidung der Diözese Seoul. Unsere Welt ist so oft schnelllebig und vorwegnehmend. Weihnachtslieder werden im Radio schon ab Ende August gespielt, aber ab dem 26. Dezember dann gar nicht mehr, obwohl wir Weihnachten ja bis zum Sonntag nach dem 6. Januar feiern – diesmal also bis zum 12. Januar 2025.

Es gilt, diese Krippe noch eine kurze Zeit ohne Jesus auszuhalten. Aber so schwer ist das gar nicht. Wir könnten beim Betrachten des Bildes ein wenig darüber nachdenken, welchen Jesus wir denn erwarten. Ist es der angekündigte Friedensfürst (Jesaja 9,5) oder der Herrscher (Micha 5,1) oder der König (Sacharja 9,9)?Wer oder was ist mein Jesus? Und: Wie geh ich mit den Eigenschaften, den Worten und Taten Jesu um, die mir nicht so in den Kram passen? Die mich herausfordern, die ihn unbequem erscheinen lassen?
Weihnachten ist von seinem Kern her kein romantisches Fest à la Hollywood. Die Geburt des Sohnes Gottes war alles andere als romantisch – damals, im Stall.Das neugeborene Kind ist der Sohn Gottes. Er hat einen Auftrag: Das Reich Gottes zu erklären. Uns den Himmel zu öffnen. Uns also zu himmeln – in Beziehung zum Himmel bringen. Und zugleich zu erden: Mit beiden Beinen auf der Erde sein und Zeugnis seiner frohen Botschaft zu geben.

Wenn wir das erspüren, dass Jesus den Himmel auf die Erde bringt, damit wir zu Gott finden, dann erfüllt die frohe Botschaft unser Leben.Dann werden es wirklich frohe Weihnachten.

Genau das wünsche ich euch und Ihnen: Frohe und gesegnete Weihnachten.

Ihr und euer

Diakon Edgar

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