Einmal bitte Frieden auf Erden

Predigt am 21. Juli 2024 zu Eph 3,13-18

Zwei Männer sitzen an einer Bar. Der eine sagt zum anderen: Bestell was immer
du willst, egal was.
Der andere schaut sehr nachdenklich und sagt dann zum Barkeeper:
Einmal bitte Frieden auf Erden.
Wenn es nur so einfach wäre, den Frieden auf Erden zu bekommen.
Von Tag zu Tag scheint der Frieden immer noch zerbrechlicher, immer noch
weiter weg.
Die Menschheit hat das Wissen, wie das gehen könnte, in Frieden zu leben, sie
wendet es aber nicht an.
Ich denke mir oft: Warum werden die gewählt, warum sind oft die an der
Macht, die den Frieden gefährden oder unmöglich machen?
Denn eigentlich sind die Menschen ja voller Sehnsucht nach einem friedlichen
Miteinander. Viele davon sind aber auch zutiefst verunsichert. Sie wollen
scheinbar einfache Lösungen, scheinbar einfache Wege – und diese Sehnsucht
wird dann mit Abgrenzung und Ausgrenzung und Protektionismus beantwortet.
In einer globalen Welt muss aber genau das Gegenteil passieren. Als Christen
glauben wir an einen Gott, der keinen Unterschied macht zwischen den
Menschen, egal wie sie aussehen oder woher sie kommen.
Das wird sehr deutlich bei Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus
(Eph 2,13-18), wo er schreibt, dass Jesus Christus Juden und Heiden vereinigt
hat und die trennende Wand der Feindschaft niedergerissen hat. Und dadurch
Frieden schuf.
Juden und Heiden waren damals zwei schier unversöhnliche Gruppierungen.
Entweder glaubte man an den einen Gott, wie die Juden, gehörte zum
auserwählten Volk, wie es im Alten Testament beschrieben wird, oder man
glaubte etwas anderes, oder gar nichts oder an eine Vielzahl von Göttern wie
die Heiden. Das war nicht vereinbar. Und dadurch gab es einen großen Streit
unter den Christen, die der Meinung waren, nur die Juden könnten zum Heil, zu
Christus, zu Evangelium finden, mit denen, die der Meinung waren, das
Evangelium sei für alle Menschen da.
Wenn die erste Gruppe recht behalten hätte, wäre von uns heute keiner ein
Christ. Denn wir alle waren keine Juden, bevor wir getauft wurden.
Wir alle waren Heiden, auch wenn wir nicht an irgendwelche anderen Götter
vor der Taufe geglaubt haben.
Jesus Christus hebt die Trennung auf. Seine Lehre lautet: Ihr seid eins, ihr
gehört zusammen, ich schau nicht auf eure Vorgeschichte, sondern nur darauf,
ob ihr mir nachfolgt, ob ihr dem Evangelium glaubt, ob ihr euch taufen lasst.
Jesus Christus hat damit ein für alle Mal festgelegt, dass es keine Unterschiede
zwischen uns Menschen gibt außer dem einen, ob wir dem Evangelium folgen
oder nicht.
Und das ist der erste Schritt hin zum Weltfrieden.
Unser Barkeeper könnte auf die Bestellung des Mannes antworten: „Wir
verkaufen hier nicht den Weltfrieden, aber schauen Sie doch mal nebenan, in
der Buchhandlung. Die haben die Bibel im Angebot.“

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