Kirche als gemeinsame Aufgabe

Predigt an Pfingsten 28.05.2023
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen
zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
Liebe Schwestern und Brüder,
Warum gibt es unsere Gemeinde, die DKGS?
Wir sind ja hier, weil wir einen Bezug zur deutschen Sprache haben. Das ist ein
ganz wesentliches Element unserer Gemeinde. Weltweit gibt es 42 Seelsorger
und Seelsorgerinnen in den deutschsprachigen Gemeinden; die meisten
kommen aus Deutschland. Die Deutsche Bischofskonferenz hat vor über 100
Jahren beschlossen, dieses Angebot einzurichten für Auswanderer und – wie
wir heute sagen – Expats. Und es hat sich viel getan. Denn unsere Gemeinden
weltweit sind gewachsen, nicht nur zahlenmäßig sondern auch dadurch, dass
Deutsche in vielen Fällen eine Partnerin, einen Partner im Ausland gefunden
und Kinder bekommen haben und dadurch die Vielfalt in den
Auslandsgemeinden gewachsen ist. Wir sprechen manchmal mindestens 5
verschiedene Sprachen im Kirchencafé, haben es aber auch schon auf 7
gebracht. Wir haben die geniale Möglichkeit, verschiedenen Kulturen zu
begegnen, nicht nur die Kultur unseres Gastlandes Korea. Die Erfahrungen
unserer Mitglieder aus unzähligen Ländern weltweit sind ebenfalls präsent.
Und das alles auf dem Hintergrund, dass wir als katholische Kirche zusammen
sind. Dass uns 2000 Jahre Glauben an Christus verbindet, an seine Botschaft
vom Reich Gottes. Und an den Geist, den er uns gesandt hat, und den wir heute
an Pfingsten besonders feiern.
Die Botschaft von Christus hat ein wesentliches Kennzeichen: Die Brücke
nämlich, die er zum Reich Gottes baut.
Die Bausteine dieser Brücke sind wir selber. Unsere Auftrag ist es, zu erkennen,
ihm nachzufolgen. Das geht zunächst mal nur ganz persönlich, jede und jeder
für sich – es geht darum, unseren Weg zu Gott zu finden.
Aber natürlich brauchen wir die Gemeinschaft der Kirche, da niemand von uns
es schaffen würde, sein Leben lang als Einsiedler betend und meditierend an
das Evangelium glauben.
Dazu kommt, dass wir Strukturen brauchen. Und heute wollen wir unseren
eigenen Strukturen ein neues Fundament geben. Wir werden nachher bei der
Mitgliederversammlung wählen, zunächst den Vorstand und dann den
Pfarrgemeinderat.
Der Vorstand des Vereins muss sich um die Verwaltung kümmern, der PGR
mehr um die Seelsorge. Beide Gremien sind wichtig. Zunächst mal, weil ich als
Seelsorger nicht alles alleine machen möchte und machen soll. Das würde dem
Kerngedanken des Christentums widersprechen, gemeinsam als Jünger und
Jüngerinnen Jesu unterwegs zu sein, und es wäre für mich auch eine ziemliche
Überforderung auf Dauer.
Dazu kommt, dass es so viele Möglichkeiten gibt, ein Kirchenjahr zu gestalten.
Jede von uns und jeder von uns hat eigene Ideen und Vorstellungen. Das soll
nicht verloren gehen.
Daher bin ich dankbar, dass sich einige Menschen aus unserer Gemeinde
bereiterklärt haben, zu kandidieren. Es tut uns allen einfach gut zu erfahren,
dass unsere Gemeinde von der Unterstützung aller lebt. Paulus sagt: Jeder hat
ein eigenes Charisma. Damit meint er unsere Talente und unsere Persönlichkeit,
die wir zum Wohl aller einsetzen sollen.
Heute geht es eben um das Talent, sich ab und zu zu treffen und zu überlegen,
wie unsere Gemeinde gut weiter machen kann.
Wie das nun mal bei uns ist, können heute nicht alle da sein, die kandidieren.
Willkommen im Leben von Expats. Das wird uns aber nicht hindern, sie
dennoch zu wählen.
Vorstand und PGR werden sich bald treffen, um sich zu konstituieren und die
Arbeit aufzunehmen. Ich danke von Herzen allen, die sich dafür bereit erklärt
haben.
Euch alle bitte ich herzlich, nachher zur Mitgliederversammlung zu kommen. Im
Saal liegen die Formulare aus, die seit der Gründung des Vereins vor 4 Jahren
benutzt werden, um Mitglied zu werden. Bitte macht mit, füllt das Formular aus
und dadurch könnt ihr dann mitwählen.
Es gibt ein paar Formalitäten zu beachten, wie das nun mal so ist in einem
Verein. Wir werden uns aber bemühen, die Versammlung nicht zu lange dauern
zu lassen.
Gestalten wir gemeinsam die Kirche. Amen.

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