Vom Comedian lernen – aber richtig

Predigt zum Jahresschluss 2008 zu Mt 6,34-33

 

Kennen Sie Mario Barth?

Ja, genau, den Comedian, der seit einigen Jahren mit riesigem Erfolg auf Tournee ist, Cds und Bücher veröffentlicht, im Frühjahr ins Kino kommt, in vielen Fernsehsendungen zu erleben ist und weit über Deutschland hinaus bekannt ist.

Mario Barth hat ein kleines Buch geschrieben, das eigentlich aus einem Bühnen-Gag entstanden ist. Ich denke, dass Sie davon schon gehört haben:

Es ist das Langenscheidt-Wörterbuch Frau-Deutsch, Deutsch-Frau.

Schon der Klappentext ist so gut formuliert, dass er einfach einlädt zum weiter lesen.

Dieses Buch wurde inzwischen über 1,5 Millionen mal verkauft und ist auch in Polen, Süd-Korea und den Niederlanden erschienen.

Ich selbst habe es dieses Jahr zu Weihnachten bekommen.

Dieses Buch hat so einen großen Erfolg, weil

  1. Mario Barth so bekannt ist, und schon deshalb alles, was von ihm kommt, gut sein muss und
  2. Mario Barth ein Thema anspricht, das mitten im Leben zu stehen scheint: Die Frage nämlich, wie wir Männer eigentlich die Frauen verstehen können – aus der Sicht eines

So wie Mario Barth es selbst schreibt:

„So, liebe Männer und Frauen, ich hoffe, ihr hattet Spaß mit diesem Buch und seid jetzt nicht total zerstritten. Bitte nicht vergessen: Alles ist nur Spaß.“

Das Buch spielt mit dem Thema Mann-Frau, gerade weil es so viel gibt, was Männer von Frauen wissen sollten – und umgekehrt.

Und so reiht sich das Buch ein in die Wörterbücher des Langenscheidt-Verlages. Klar, wir brauchen ein Wörterbuch, um eine andere Sprache verstehen zu können.

Das Buch hat Erfolg, weil  ja eigentlich Frauen Männer in Deutschland die gleiche Sprache sprechen, aber hier unterstellt wird, dass sie es nicht tun. Wir alle können uns da hineinfühlen.

Ich finde dieses Thema sehr wichtig, gerade für uns als Christen, und gerade heute, am letzten Tag des Jahres 2008 – weil dieser Tag ja auch der Tag der guten Vorsätze ist.

Wir können nämlich lernen von dieser Vorgehensweise, dieser geschickten Verkaufsstrategie.

Als Christen sind wir aufgerufen, unsere eigene Verkaufsstrategie zu entwickeln und anzuwenden. Nur, dass wir nicht von Verkaufsstrategie reden, sondern davon, den Menschen das Evangelium zu verkünden und ihnen Jesus Christus nahe zu bringen.

Und jetzt nehmen wir also Mario Barths Verkaufsstrategie in den beiden wichtigsten Punkten und wenden sie an auf unseren Missionsauftrag.

1.

Mario Barth ist sehr bekannt.

Was bekannt ist, verkauft sich gut.

Was noch nicht so bekannt ist, davon muss man erzählen. Je mehr, desto besser.

Das heißt, angewendet auf unseren Auftrag als Christen:

Jesus Christus ist vielen Menschen bekannt – zumindest dem Namen nach. Je mehr wir von ihm erzählen, desto besser.

Und das gilt natürlich erst recht für die Menschen, die noch nichts von ihm gehört haben. Wir sollen gerade denen von Christus erzählen!

Und je bekannter Christus wird, desto einfacher wird es natürlich, für ihn und seine Botschaft zu werben.

  1. Mario Barth spricht ein Thema an, das mitten im Leben zu stehen scheint, eben diese Geschichte zwischen Mann und Frau.

Jesus Christus dagegen spricht nicht irgendein Thema des Lebens an, sondern er spricht das Leben an sich an.

Mario Barth setzt auf kurzfristigen Lacherfolg bei seinen Zuhörern. Es wird ihm gehen wie vielen anderen Comedians: Ein paar Jahre Erfolg – dann kommt eine neue Idee, ein neuer Comedian…

Jesus Christus setzt auf etwas, das langfristiger gar nicht mehr geht: nämlich das ewige Leben.

Und seine Botschaft hält deutlich länger durch als nur ein paar Jahre – inzwischen sind wir bei 2000 Jahren christliche Botschaft angelangt.

Mario Barth hat seine Leute, die ihn bekannt machen.

Die Leute von Jesus Christus – das sind wir.

So anders ist das eigentlich gar nicht bei uns.

Und doch ist es komplett anders.

Uns geht es nicht darum, mit der frohen Botschaft Geld zu machen.

Jesus Christus braucht uns, damit wir für ihn Werbung machen.

Seinen  Werbetext – oder Klappentext – haben wir vorhin im Evangelium gehört.

31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?

32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.

33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.

Christus gibt uns damit viel Gelassenheit mit auf unseren  Weg.

Dass wir uns für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit einsetzen, das sollte unser wichtigster Vorsatz sein. Ein Vorsatz für – nein, nicht für das Jahr 2009, auch nicht für den Januar, ja nicht mal für den morgigen Tag. Es sollte der wichtigste Vorsatz für heute sein – und nur für heute.  Denn um morgen machen wir uns dann morgen Gedanken.

34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.

Denn alles andere wird uns dazugegeben.

Amen.

 

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