Was ist für euch ein Engel?
Sind das schöne Gedanken oder macht die Vorstellung eher Angst?
Die Katholische Kirche sagt, dass sie wirklich existieren, also keine bloßen Symbole oder Bilder sind. Von Gott erschaffen, sind sie rein geistige Wesen, unsterblich und mit Verstand und freiem Willen ausgestattet. Ihre wichtigste Aufgabe ist der Dienst an Gott. Sie loben ihn, führen seinen Willen aus und verkünden seine Botschaft an die Menschen.
In der Bibel erscheinen Engel oft dann, wenn Menschen an ihre Grenzen kommen: in Zeiten der Angst, der Unsicherheit oder des Leids. Sie treten als Boten Gottes auf und erinnern daran, dass Gott die Menschen nicht allein lässt. Eine typische Botschaft beginnt dann zum Beispiel mit den Worten: „Fürchte dich nicht.“ Das ist auffällig. Schließlich müsste das der Engel nicht sagen, wenn die Menschen keien Angst vor ihm hätten. Vielleicht ist es ja auch das Erschrecken über die überwältigende Nähe Gottes, das der Engel auf diese Weise abmildern möchte?
Es lohnt sich, aufmerksam in der Welt unterwegs zu sein und Gottes Spuren zu suchen. Ich mag es gerne, wenn ich ganz leise Zeichen Gottes in der Welt finde. Symbole zum Beispiel helfen mir, mich heranzutasten und seine Botschaft Schritt für Schritt zu entdecken.
Im Koreanischen gibt es nun eine Zahl, die mich zum Lächeln bringt: Und das ist die Zahl 1004. Denn 1004 schreibt sich 천사 (cheon sa, 1000 + 4), und 천사 heißt zugleich auch Engel.
Die Aussprache ist identisch, die Bedeutung und Herkunft sind jedoch verschieden.
Da 1004 und 천사 gleich ausgesprochen werden, entwickelte sich daraus in Südkorea ein populäres Wortspiel. Deshalb findet man die 1004 zum Beispiel in Telefonnummern, als Benutzername, auf Geschenken oder auch als Wertschätzung für einen besonders freundlichen oder hilfsbereiten Menschen.
Da überrascht es nicht, dass es auch einen „Angel’s Day“ (am 04. Oktober) in Südkorea gibt. Das Datum wird 10/04 geschrieben und inoffiziell als „Engelstag“ gefeiert. An diesem Tag rufen Wohltätigkeitsorganisationen zu Spenden und guten Taten auf.
So ist mir auch in katholisch-koreanischen Kreisen die 1004 schon mehrfach begegnet, ebenfalls mit einem Lächeln auf den Lippen.
Dieses Lächeln zeigt die Leichtigkeit, mit der man an Engel erinnert – und damit Gott ins Spiel bringt.
Und das ist doch ein Grund zur Freude.
PS
Das Bild oben ist im Ulmer Münster aufgenommen worden. Es zeigt den Erzengel Michael.
Dass der aber gar nicht so erschreckend aussieht, seht ihr unten. Man muss ihn einfach von der richtigen Seite her anschauen.
