Für Gott ist nichts unmöglich

Predigt am 4. Adventssonntag 2023 24.12.2023

Denn für Gott ist nichts unmöglich (Lk 1,37)

Liebe Schwestern und Brüder,
das was heute passiert, gibt es nur alle 5 oder 6 oder 11 Jahre. Das liegt am
Kalender und an den Schaltjahren: der 4. Advent fällt auf den 24. Dezember
und damit auf Heiligabend. Während als spätestens heute Vormittag die Welt
um uns herum im Weihnachtsmodus ist, feiern wir in der katholischen Kirche
noch Advent. Organisatorisch ist das durchaus eine Herausforderung. Denn
auch Christine und ich haben unsere Weihnachtstraditionen, und dazu gehört
die häusliche Vorbereitung auf Weihnachten am Vormittag von Heiligabend.
Es ist aber auch für uns ganz schön, noch einmal, kurz vor dem ersten
Weihnachtsgottesdienst, Advent zu feiern.
Das heutige Evangelium hilft mir dabei sehr. Wir haben das vorhin gehört:
Maria wird angekündigt, dass sie die Mutter des Erlösers werden soll. Und
ziemlich am Schluss heißt es: „Denn für Gott ist nichts unmöglich.“
Dieser Satz trifft mich sehr, er rüttelt mich auf und bringt mich dazu, hier und
heute darüber zu reden. In den letzten drei Wochen haben wir uns immer
wieder mit adventlichen Themen beschäftigt; wir haben immer wieder
Weihnachten in den Blick genommen und uns gefragt, welche Bedeutung diese
Vorbereitung in unserem Leben haben kann.
Viele Fragen sind daraus entstanden; viele Gespräche durfte ich führen. Es ging
um Zweifel am Glauben und an Gott; es ging um Philosophie und Buddhismus
und auch die Frage, was das denn für ein Gott ist, der da als Kind auf die Welt
kommt.
„Denn für Gott ist nichts unmöglich.“ Für uns Menschen – ja, da gibt es so viele
Einschränkungen und Grenzen, es gibt körperliche und seelische Krankheiten
und Behinderungen, es gibt Mobbing und Betrug, es gibt Menschen die trauern
und es gibt Menschen, die wegen der vielen Kriege verzweifeln.
Wir alle sind Menschen, und auch wenn wir begrenzt in unseren Möglichkeiten
sind, sind wir doch trotzdem und auf jeden Fall Abbild Gottes, der uns
geschaffen hat.
Wir sind nicht allmächtig, das ist nur Gott. Und er wird immer der Größere sein,
der zu dem wir aufblicken, den wir verehren und anbeten. Aber genau dieser
Gott hat einmal entschieden, dass wir erlöst sein sollen: Erlöst von unserer
Schuld, erlöst von unseren Zweifeln, erlöst von unserer Negativität. Er möchte
uns herausholen aus dem menschlichen Sumpf, den wir teilweise mitproduziert
haben.
Kurz vor Weihnachten nochmal einen Adventsgottesdienst zu feiern heißt: In
freudiger Erwartung zu sein. Voller Hoffnung zu sein. Wachsende Vorfreude zu
erleben. Zur Ruhe kommen und den Stress abzubauen. Lieder zu singen und
uns im Gebet Gott anzuvertrauen.
Denn für Gott ist nichts unmöglich. Er lädt uns ein, genau darauf zu vertrauen.
Das ist die Botschaft von heute.
Amen.

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