Nach dem Ausflug nach Ayutthaya mit dem Nachdenken über die Ereignisse um 1767 herum machten wir am nächsten Tag einen Zeitsprung von 175 Jahren, in die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg hinein. Wir kamen zunächst zum Kanchanaburi War Cemetery, einem Soldatenfriedhof etwa 150 km westlich von Bangkok.

Damals waren zehntausende Soldaten aus dem Commonwealth, den Niederlanden und den USA Kriegsgefangene der Japaner in Thailand. Die Japaner hatten 1941 Thailand besetzt.
1942 verlangte Japan von den Gefangenen, eine 250 Meilen lange Eisenbahnstrecke durch die bergigen Dschungel von Thailand und Burma zu bauen. Entlang dieser Strecke entstanden einige Arbeitslager, so wie das von Kanchanaburi. Zeitweise arbeiteten über 60.000 Kriegsgefangene an dieser Strecke, zudem
Japan wurde 1944 in Indien besiegt und ergab sich 1945 auch in Thailand. Die Briten brachten alle Japaner, Soldaten und Zivilisten, zurück nach Japan. In Thailand bleiben durften nur die, die vorher schon dort gelebt hatten.
Der Friedhof wurde zwischen 1945 und 1948 angelegt, heute wird dort an fast 7.000 Soldaten
Der Kriegsfilm “Die Brücke am Kwai” von 1957 greift diese Ereignisse auf.
Die Brücke, die heute zu sehen ist und auf der wir sowohl zu Fuß als auch per Bahn unterwegs waren, ist der Nachfolgebau der zunächst aus Holz und dann daneben aus Beton und Stahl von den Kriegsgefangenen gebauten Brücken- die ursprünglichen Brücken waren im Krieg zerstört worden.
Dennoch ist es sehr beeindruckend, mit diesen historischen Daten und dem Film im Kopf diese Gegend zu besuchen.
Immerhin ist da ein Warnschild aufgestellt, das jegliche Haftung ausschließt.
“Take care when walking on the bridge move to safety blatform wher train approaches bridge state railways of thailand will take no responsibility for any accidents”
Weil meine Sprachkenntnisse hier im absoluten Minusbereich sind, hab ich für den oberen Teil des Schildes mal Google Translate aktiviert. Mit dem Ergebnis: Die Welt zu bereisen kann gefährlich sein. Der Rest des Textes braucht fantasiereiche Interpretationskünste.
Dass da ein Zug fährt, konnten wir nur wenige Minuten später erleben, denn wir sind mit ihm etwa eine Stunde durch Thailand gefahren.
All diese tragischen Fakten verlangten nach einem Gegenpol. Und den bekamen wir auch: ein gemütliches Mittagessen in einem “private restaurant” – so kündigte die Reiseleiterin Bham das Essen an. Lassen wir also diesen Teil des Ausfluges mit fröhlich-asiatischen Restaurantbildern ausklingen. (Anklicken zum Vergrößern)