06.04.2007 Gedanken zum Karfreitag
Dunkelheit. Schmerz. Stillstand. Tod.
Kein Scheintod.
Kein verstecktes Hintertürchen.
Keine Täuschung.
Jesu Tod am Kreuz ist wahr.
Und für die Jünger, für die Frauen und Männer im Gefolge Jesu?
Tot wie ein Stein ist ihr Glaube an einen Messias geworden, der doch das Gottes Reich errichten sollte.
Schwer wie ein Stein sind ihre Herzen aus Schmerz über ihren Verlust.
Kalt wie ein Stein ist ihre Sehnsucht und Lust auf eine Veränderung zum Heil der Welt.
Hart wie ein Stein wird ihr Blick, da Hoffnungslosigkeit und Leere keine Perspektive mehr für eine Zukunft bieten.
Und wir?
Auch wir tragen Steine in uns.
Krankheit, Leid und Not haben vieles in uns absterben lassen.
Enttäuschungen lasten schwer (wie Steine) auf unserem Herzen und haben Hoffnungen ersticken lassen.
Hochgesteckte Ziele mussten begraben werden.
Doch selbst im Tod trägt Jesus alles was uns Menschen niederdrückt und belastet.
Unsere Schuld und Sünde haben Jesus ins Grab gebracht.
Kalt wie Stein waren wir, wenn es um den eigenen Vorteil ging.
Manche Liebe ist leblos und träge (wie ein Stein) geworden.
Kantig und spitz waren Worte der Unversöhnlichkeit und Friedlosigkeit.
Doch selbst im Tod trägt Jesus alles mit, wo wir Menschen niedergedrückt und belastet haben.
Trauen wir Gott noch ein Eingreifen in unser Leben zu?
Glauben wir noch an Gottes Handeln in unserer Welt?
Sind wir mittlerweile der Überzeugung nahe, dass Gott uns verlassen hat?
So wie der Stein vor dem Felsengrab wird unsere vergessene Gottes- und Nächstenliebe zum steinernen Sargdeckel auf dem Grab Jesu.