Predigt am 14.09.2025 (Fest Kreuzerhöhung)
Liebe Schwestern und Brüder,
wir feiern heute das Fest der Kreuzerhöhung. Wir hören im Evangelium, dass Jesus selbst an eine Begebenheit aus dem Alten Testament erinnert:
„Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden“ (Joh 3,14).
Damals, in der Wüste, starben Menschen an giftigen Schlangenbissen. Gott gab Mose den Auftrag, eine eherne Schlange aufzurichten. Wer zu ihr aufblickte, wurde geheilt. Das war ein starkes Zeichen: Nicht die Schlange rettete, sondern der Glaube an Gottes Macht.
So ist es auch mit Jesus am Kreuz: Wer auf den Gekreuzigten schaut, erkennt, dass Gott stärker ist als das Gift des Hasses, stärker als der Tod. Das Kreuz ist unser Heil – und zugleich unser Auftrag.
Darum sage ich heute: Wir alle – Kinder, Jugendliche, Studierende, Erwachsene, Ältere – sind Botschafterinnen und Botschafter des Friedens. Jede und jeder mit einem eigenen Auftrag.
- Für die Kinder – Freude
Ihr Kinder, wenn ihr lacht, teilt und Frieden stiftet, zeigt ihr: Gott schenkt Leben. Eure Aufgabe: Freude verbreiten, wo Streit ist.
- Für die Jugendlichen – Mut
Ihr Jugendlichen, ihr steht oft vor Konflikten in Schule und Internet. Eure Aufgabe: Mutig gegen Mobbing, Lügen und Ausgrenzung auftreten. Seid Brückenbauer in einer Welt voller Spaltung.
- Für die Studierenden – Hoffnung
Ihr Studierenden, ihr könnt kritisch denken und nach Wahrheit suchen. Eure Aufgabe: Hoffnungsträger sein – dass Wissenschaft, Technik und Diskussionen nicht zerstören, sondern Frieden stiften.
- Für die Erwachsenen – Frieden
Ihr Erwachsenen tragt Verantwortung in Familie, Beruf und Gesellschaft. Eure Aufgabe: Orte des Friedens schaffen – durch Geduld, Respekt, Gerechtigkeit.
- Für die Alten – Weisheit
Ihr älteren Schwestern und Brüder habt die Erfahrung des Lebens. Eure Aufgabe: mit eurer Weisheit ermutigen, mahnen und segnen. Ihr seid das Gedächtnis des Friedens.
Liebe Gemeinde, wenn wir in die Nachrichten schauen, sehen wir so viele Schlangenbisse dieser Welt: Krieg, Terror, Hass, Spaltung. Das Gift ist real. Aber das Kreuz Christi ist stärker. Wer auf den Gekreuzigten schaut, wer ihm vertraut, wird gerettet.
Darum sage ich heute:
Wir sind Botschafterinnen und Botschafter des Friedens!
– Freude – die Kinder bringen sie.
– Mut – die Jugendlichen leben ihn.
– Hoffnung – die Studierenden tragen sie weiter.
– Frieden – die Erwachsenen gestalten ihn.
– Weisheit – die Alten schenken sie.
Das Kreuz ist unser Zeichen, der Friede unsere Mission.
Amen.
