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Gebt acht!

Predigt am 1. Adventssonntag 3.12.2023 zu Mk 13, 33–37

(Kakaotalk-Benachrichtigung ertönt)
Was ist das? Wer hat da sein Handy nicht ausgemacht?

Liebe Schwestern und Brüder,
im Gottesdienst ist das Handy stumm, das gebietet der Respekt, die
Atmosphäre, das Gebet, das Heilige.
(Kakaotalk-Benachrichtigung ertönt erneut)
Ich sagte gerade: das gebietet der Respekt, ich meine… (Kakaotalk-
Benachrichtigung ertönt erneut)
Ok, Sie haben es gemerkt. Der Ton kommt von hier vorne.
Mir ist das mal in Deutschland aufgefallen bei Gottesdiensten, in denen
einige Menschen waren, die sich nicht so gut auskannten.
Die haben vergessen, das Handy auszuschalten. Sehr ärgerlich, oder?
Andererseits passiert das auch sehr erfahrenen Christen im Gottesdienst,
weil das Handy nunmal nicht mehr wegzudenken ist aus unserem Leben.
Die Diskussion um Störungen im Gottesdienst ist sinnvoll. Wir müssen uns
einerseits klar werden, dass die Kirche ein besonderer Raum ist, ein
heiliger Raum, und dass es hier um Gottesbegegnung geht, die in der
Hektik des Alltags vielleicht nicht so möglich ist. Stille und Andacht sind
wichtige Voraussetzungen dafür, etwas von dem zu erfahren, was Gott von
mir will.
Andererseits kann man ja auch mal sehen: Diese SMS-und WhatsApp-
Benachrichtigungen können zwar stören, sie sind aber auch ein Zeichen,
dass jemand da ist. Ein Mensch, der zu uns gekommen ist, der gerne mit
uns Gottesdienst feiert, oder der einfach mal in Kontakt mit der Gemeinde
kommen möchte. Das gibt es nämlich auch.
Es ist nicht unsere Aufgabe, zu verurteilen. Jesus ist da ganz klar, daran ist
nicht zu rütteln.
Es ist unsere Aufgabe, und das waren die ersten Worte des Evangeliums
heute, Acht zu geben. Im Kontext wird das ergänzt: Ihr wisst nicht, wann
die Zeit da ist.
Jesus fordert uns auf, unserer Verantwortung gerecht zu werden. Der
Verantwortung ihm und seinem Evangelium gegenüber, und auch der
Verantwortung, die wir anderen Menschen gegenüber haben.
Das heißt, die anderen in den Blick zu nehmen- zunächst mal so wie sie
sind. Und ganz konkret: Wer zu uns kommt, ist erstmal willkommen. Egal,
welche Sprache er spricht, egal ob er sich an Konventionen hält wie
Kleidung oder zum richtigen Zeitpunkt das richtige in der Messe tun –
dieser Mensch ist uns willkommen. Wenn wir den anderen auf Augenhöhe
begegnen, wenn wir zuerst mal dafür sorgen, dass sie sich wohlfühlen –
dann tun wir das, was Jesus will: Achtsam sein und nicht zu verurteilen.
Das könnte ja auch mal etwas sein, das wir uns für die Zeit bis
Weihnachten vornehmen: Nämlich stets davon ausgehen, dass ich den
anderen annehmen soll wie er ist. Jesus sagt nämlich auch, dass wir
gerade im anderen Menschen ihm, Christus, begegnen.
Und darum geht es doch, oder?
(Kakaotalk-Benachrichtigung ertönt)
Amen.

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