Predigt am 7. Sonntag im Jahreskreis, A, 19.02.2023
Auch dieses Jahr, so ist es Brauch,
will reimen ich -so aus dem Bauch.
In den letzten Jahren tat ich so
In Bayern, und da war gar mancher froh,
von der Kanzel mal was neu’s zu hören.
So will mit Worten ich betören
Euch alle hier am Flusse Han
Ob alt – ob jung – ob Frau – ob Mann.
Ich will es offen hier benennen
Und einfach Farbe nun bekennen
Der Rheinländer an sich ist lustig
Ist das Leben auch mal frustig.
Das Leben hier, das wissen alle
(Verschieden doch von Fall zu Falle)
Ist als ExPat manchmal schwer.
Doch lernet man hier mehr und mehr:
Verschiedene Kulturen sind
– Je mehr hier auch die Zeit verrinnt-
Zwar anders. Aber sie sind doch
Ne Chance. Und das noch und noch!
Beim Tellerrand, mal eins zwei drei
Viel weiter sehen, das macht frei.
Das hilft uns allen ungemein
Zu lernen hier, ganz klein bei klein.
Was denkt der andre Mensch denn da?
Wie isst er? Was ist wunderbar
In seiner Sprache, seinem Land –
Und was plant er mit Verstand?
Seh‘ ich ihn an als Gottes Kind?
Ist sie mir immer wohlgesinnt?
Lieb ich ihre Art und Weise?
Oder stört er meine Kreise?
Im Austausch unserer Kulturen
Und im Vergleich auch der Figuren
Die uns Vorbild sind zuweilen
Sind Erfahrungen zu teilen
Die auch so manches Vorurteil
Vergessen lässt, und das ist, weil:
Wenn mit dem anderen ich rede
Beende ich so manche Fehde.
Ich stell euch allen mal ne Frage
Doch will ich führen keine Klage:
Ist denn Jesus ganz von Sinnen?
Was da steht im Text hier drinnen
Kommt mir vor, das sei betonet
Als ein Wort, das niemand schonet.
Und alles, was wir einst gelernt
Ist wohl ziemlich weit entfernt:
Von wegen weich sein und auch lieb
Jesus sagt: lieb‘ auch den Dieb.
Was wir lesen in der Bibel
ist nicht soft und nicht flexibel
sondern hart und auch verstörend.
Ist es nicht total empörend,
wenn Jesus hier in seinem Wort
all unser Denken fort und fort
ganz auf den Kopf stellt? So mal eben
schnell, für unser aller Leben
Doch eben wir, die Jesus-Leut’
Sind doch bestellt zu lieben heut’.
Und das bedeutet zweifelsohn’.
Wir folgen nach – dem Gottessohn.
Denn er uns frohe Nachricht gab
Vom Licht und auch vom leeren Grab.
In all der vielen Dunkelheit’
Den Nächsten lieben jederzeit.
Das Leben achten und auch stützen
Von Anfang bis zum Ende schützen,
Zu sehen all die schwere Last –
Dem Nächsten geben eine Rast.
Doch sind wir ehrlich? Ohne Frage?
„Tu das, was ich dir hiermit sage,
Doch tu nicht das, was ich so mache.“
… Seh ich so oft. Dass ich nicht lache.
Die Kirche trägt hier große Schuld.
Zu Recht fehlt vielen die Geduld!
Gewalt an Kindern und an Frau’n
Auf Machtmissbrauch ist auch zu schau’n.
Bei all den vielen schlimmen Dingen
Um die die Kirche jetzt muss ringen
Zählt einfach eins: das ist der Will’
Zur Umkehr, und Gebetes Still’.
Damit der Welt sehr klar dann wird:
Das Gute kommt von jenem Hirt,
Der einst die Kirche wollt erbauen,
Dass jeder Mensch das Heil wird schauen.
Der Dienst der Kirche ist der Kern.
So ist der Auftrag unsres Gott und Herrn.
Als Diakon und Ehemann
als Vater auch, so dann und wann,
Bin ich bereit, mit euch zu seh’n
Die Not der Welt, und hinzugeh’n
Wo Christus uns ganz wirklich braucht!
Auch wenn es manchmal richtig schlaucht.
Oh Kirche, du! Werd’ heut zum Segen.
Nun gehe auch auf jenen Wegen
Die Christus einst gewiesen hat.
Steh allen bei mit Rat und Tat!
Setz Geld und Amt ein für den Herrn,
Zeig allen auch: du tust es gern.
Und wenn du jetzt verstanden hast,
Dann nimm den Menschen ihre Last.
Ab Mittwoch ist die neue Zeit.
Nach Fest und aller Heiterkeit
geh’n wir voran und fangen an
mit Fasten, beten, Frau und Mann.
Beenden wir nun uns’ren Trott
Wenden zu uns nun dem Gott
der eins nur will: das ist das Heil
das allen uns nun wird zuteil.
Ich sag das euch in Christi Namen
Und schließe nun mit meinem AMEN.

